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Besonders ungewöhnlich für die ostasiatische Sturmsaison war ihr früher Beginn. Während unter normalen Umständen erst ab Ende Juli mit tropischen Stürmen gerechnet werden muss, begann die diesjährige Saison bereits Anfang Mai mit dem Taifun Chanchu, der auf den Philippinen für schwere Schäden sorgte. Seitdem sind zehn weitere tropische Stürme, darunter vier Taifune, durch die Region gefegt.
Flut und Dürre
Der südöstliche Teil Chinas leidet unter den Überflutungen durch die starken Regenfälle, große Teile des Landes stehen unter Wasser. Währenddessen verdurstet in den zentralchinesischen Provinzen Sichuan und Chongqing das Vieh aufgrund von Wassermangel. Dort fiel in diesem Sommer so wenig Regen wie seit 1947 nicht mehr - weniger als ein Viertel des Niederschlags in normalen Jahren. Mehr als 129 Millionen Tiere sind bereits verendet, weitere 8,5 Millionen sind akut bedroht. Auch die Trinkwasserversorgung für mehr als sieben Millionen Menschen ist gefährdet.
Die chinesische meteorologische Gesellschaft führt die Wetterextreme auf die Klimaerwärmung zurück. Bereits Mitte der 1990er Jahre hatten Klimaexperten der Vereinten Nationen für die Region genau dieses Muster vorausgesagt: Mehr Regen für den Südosten, Trockenheit im Norden und Westen Chinas. Die Dürre kann schlimme Auswirkungen auf die Versorgungslage mit Lebensmitteln haben - die beiden Provinzen gelten als die "Reisschale" Chinas.{image_r}
Während die Menschen in China leiden wird der Klimawandel weiter angeheizt, sagt Greenpeace Klimaexpertin Gabriela von Görne. Die Welt verbrennt Öl, Kohle und Gas, so als ob das keinerlei Auswirkungen auf die Umwelt hätte. Dabei wissen wir alle, dass das dabei freiwerdende Klimagas Kohlendioxid Hauptverursacher dieser katastrophalen Wetterextreme ist.
Starke Stürme auch über dem Atlantik
Nach der verheerenden Sturmsaison 2005 rechnen auch nordamerikanische Behörden für 2006 mit einer überdurchschnittlichen Anzahl und Stärke von Stürmen für den karibischen Raum. Die bisherige Voraussage geht von zwölf bis 15 tropischen Stürmen aus (im Durchschnitt sind es elf), davon sieben bis neun Hurrikane (Durchschnitt: 6), darunter drei bis vier schwere Stürme der Kategorie 3 oder höher (Durchschnitt: 2).
Ganz so schlimm wie im vergangenen Jahr wird es 2006 wohl nicht kommen. Die Temperatur des Oberflächenwassers ist zwar erhöht, doch der Unterschied zur langjährigen Durchschnittstemperatur liegt unterhalb der Differenz des letzten Jahres. Um sich zu entwickeln brauchen Hurrikane Wassertemperaturen von 26 Grad Celsius oder mehr.
Grund zur Freude ist das dennoch nicht, warnt von Görne. Die Welt muss ihren Treibhausgasausstoß bis zum Jahr 2050 halbieren, soll gefährlicher Klimawandel verhindert werden. Das können wir alle schaffen, wenn wir jetzt auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz statt auf den Neubau von extrem klimaschädlichen Braunkohlekraftwerken setzen.
(Autor: Helge Holler)